Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt: Nach dem gestrigen Erfolg mit der erfolgreichen Montage des neuen Impellers folgte heute der absolute Tiefschlag. Das gefĂĽrchtete Schreckgespenst fast jeden Seglers hat bei uns zugeschlagen. Wir haben die Dieselpest an Bord!
Eigentlich wollten wir heute nur routinemäßig beide Dieselfilter tauschen. Doch beim Öffnen fanden sich im Vorfilter eindeutige, unmissverständliche Beweise in Form von zähflüssigem, dunklem Schleim. Uns war sofort klar: An dieser Stelle brechen wir den Filtertausch ab. Ein kompletter, radikaler neuer Plan musste her, um die Maschine und unsere zukünftigen Reisen nicht zu gefährden.
Unser Rettungsplan gegen die Pest:
- Tank komplett leeren: Als allererstes pumpen wir den gesamten Kraftstoff – stolze 210 Liter Diesel – restlos aus dem Tank.
- Sinnvolles Recycling: Der abgepumpte Diesel ist natĂĽrlich nicht verloren. Wir filtern ihn beim Abpumpen grĂĽndlich und fĂĽhren ihn einer neuen Bestimmung zu: Er wird im Winter die heimische Dieselheizung speisen, die unsere Werkstatt beheizt.
- Inspektion & Reinigung: Ist der Tank leer, wird er grĂĽndlich untersucht und bei Bedarf mechanisch und chemisch absolut rein geschrubbt.
- Totalschaden-Prävention bei den Leitungen: Die alten Dieselleitungen und das komplette Filtergehäuse des Vorfilters fliegen hochkant raus. Alles wird komplett erneuert. Als Upgrade verbauen wir ein neues Vorfiltergehäuse mit integriertem Schauglas, damit wir den Kraftstoff ab jetzt jederzeit im Blick haben.
- Zukunftssicher mit HVO100: Wenn alles blitzblank, sauber und neu installiert ist, gehen wir auf Nummer sicher. In den Tank kommt ab sofort ausschließlich HVO100 – dieser synthetische Diesel ist resistent gegen die Dieselpest, da er den Bakterien jeglichen Nährboden entzieht.
Ein herber Rückschlag für den Zeitplan, aber lieber entdecken wir das Fiasko jetzt sicher im Winterlager als nächstes Jahr bei Schwerwetter auf offener See. Der Kampf gegen die Mikroben läuft!
