Top 5: Was wir anders machen würden / What we would do differently

  1. Nicht im Winter abfahren
    Judith beim Segeln in Holland
    Judith beim Segeln in Holland

    Im Oktober in Norddeutschland ablegen. Dass dies nicht leicht wird, ist uns vor der Abfahrt bewusst, dennoch wollen wir nicht sechs weitere Monate abwarten, in See zu stechen. Die Kälte, die wir dann bis Portugal ertragen müssen, ist der größte “Haken” an der Segelreise: Do not start the trip in wintertime We set sail from the North of Germany in October. Of course we knew this wouldn’t be a piece of cake.  Während der Nachtfahrten sechs Stunden lang in unserem gegen Wind und Wellen ungeschützten Cockpit zu sitzen, und dann… Überraschung, fängt es an zu schneien!

    Tobi beim Segeln in England
    Tobi beim Segeln in England

    Ich brauche jedesmal ca. 30 Minuten, mich aus nasser Segeljacke, Segelhose und Thermoleggins zu schälen, bei schwerem Seegang nicht von der Toilette zu fallen, und mich dann in alle durchnässten Schichten wieder einpacken, um weiter draußen Ausschau nach Schiffen und Bojen zu halten. In fast jedem Hafen hören wir: “So kalt war es hier die letzten Jahre nicht!” An solche Momente erinnern wir uns nicht gerne zurück – und sind deshalb umso froher endlich in wärmeren Regionen zu sein. 🙂

  2. Nicht ohne Kühlschrank abfahren
    Die Kälte hatte etwas Gutes an sich: es war nicht so gravierend, dass wir auf dem Boot ohne Kühlschrank leben, da sich Milchprodukte und Wurst bei den niedrigen Temperaturen gut hielten.
    Mit zunehmender Wärme wird es nun allerdings immer schwerer, offene Milch- und Fleischprodukte halten sich kaum.
    Auch fürs Angeln auf See, wenn man denn endlich mal etwas fängt, wäre ein Kühlschrank klasse, damit sich der Fang länger hält.
    Eigentlich können wir bei diesem Punkt auch nichts bereuen, da wir bis zur Abreise vergeblich versucht hatten, einen gebrauchten Kühlschrank von WAECO auf Ebay zu finden.
    Mit etwas Gewöhnung lebt es sich auch ohne Kühlschrank ganz gut 😉
  3. Nicht so viele Nahrungsmittel bunkern
    Kleines Beispiel: wir essen jetzt, 1 1/2 Jahre nach Start unserer Reise, immer noch von den Spaghetti-, getrockneten Kichererbsen & Kidneybohnen-Vorräten, die wir aus Deutschland mitgenommen hatten.
    War zwar gut gemeint, allerdings haben wir es echt etwas übertrieben. Zumindest bis zu den Kanaren konnte man die allermeisten Lebensmittel in jedem Land finden und zu ähnlichen Preisen kaufen. Ausnahme hiervon: Trockenhefe
    Wie bei Punkt 5) auch hier unser Rat: nur Lebensmittel für die ersten paar Hafenetappen mitnehmen und immer konstant einkaufen gehen (was wir ohnehin auch gemacht haben, weil wir auf frisches Gemüse und Obst natürlich nicht verzichten wollten).
  4. Gasherd statt Spiritusherd verwenden
    Die einzig andere Sache, abgesehen von Trockenhefe, die außerhalb von Deutschland (& der Niederlande) sehr schwer und nur sehr teuer zu bekommen ist: Brennspiritus.
    Propan- oder Butangas sind dagegen überall zu akzeptablen Preisen erhältlich.
    Isn’t it ironic: wir hatten einen Gasherd an Bord, den wir aus Sicherheitsgründen zugunsten eines Spiritusherdes ausgebaut und ersetzt haben.
    Tja, nun können wir zwar sehr sicher sein, dass unser Boot wegen einer Gasleckage nicht explodiert. Aber die Kehrseite davon ist, dass wir bislang in jeder Stadt in Frankreich, England, Spanien und Portugal stundenlang von Supermarkt zu Baumarkt zu Supermarkt gewandert sind, um irgendwo einigermaßen günstigen Spiritus für unseren Kocher zu bekommen.
  5. Vor der Abfahrt nicht so viel Ausrüstung kaufen
    Zu einer längeren Seereise gehört viel Vorbereitung – und das ist auch gut so.
    Allerdings darf man sich den vielen Segelblogs und -büchern auch nicht verrückt machen lassen.
    Wir haben gemerkt, dass wir bei Abfahrt eher zu viel als zu wenig Ausrüstung & Gepäck an Bord hatten.
    Wenn wir nochmal starten würden, hätten wir weniger “Kram” an Bord als dieses Mal. Abgesehen von Sicherheitsausrüstung, ohne die man ohnehin nicht in See stechen sollte, und evtl. schwer zu beschaffenden Ersatzteilen, reicht es unserer Meinung nach, nur für die ersten paar Segeletappen zu planen und einzupacken.
    Alles andere ergibt sich danach; man merkt schnell auf der Reise, was man unbedingt braucht, und das kann man dann immer noch unterwegs kaufen. Und wir haben gemerkt, dass man nur ganz wenige Sachen unbedingt braucht.

    Wen interessiert welche Produkte (z.B. Joghurt!!) sich auch ungekühlt halten, der findet auf dem englischen Blog WINDTRAVELER einen tollen Artikel dazu!

    1) Do not start the trip in wintertime
    We set sail from the Northern part of Germany in October. Of course we knew this wouldn’t be a piece of cake. As we didn’t want to postpone setting sails any further, we thought: “It’s now or never!”
    The chill we had to endure until Portugal was the biggest catch in the trip so far. Sitting in our cockpit, exposed to waves and cold, for up to six hours at a stretch during night sailing. And then… big surprise, it even starts snowing.
    Requiring 30 minutes to peel off wet oilskins, thermal leggins, sweaters; trying not to fall off the toilet in heavy seas to get rid off all the warm tea you drank to survive the cold; putting your wet oilskins back on in order to be on the lookout for the next few hours.
    Hearing the locals say in almost every marina “This is the coldest winter we had in a long time!”
    We don’t particularly like to remember those moments. That’s why we are so much happier to be in warmer regions now!
    2) Do not set sails without a fridge
    The cold weather had one big plus: it wasn’t so bad not to have a fridge on-board, since it was cold enough that dairy products and meat would not spoil.
    In increasingly warmer regions, it’s getting harder to get along without a fridge.
    For fishing, that is if you do catch a fish, a fridge would also be quite convenient.
    Before starting the trip, we tried to get a second-hand WAECO fridge on ebay, but were not lucky.
    3) Don’t store such a large number of groceries
    To give you an example: now, 1 1/2 years after starting our journey, we still have spaghetti, dried lentils & kidney beans from Germany.
    We overdid the stocking of groceries a bit.
    All the way up to the Canary islands, we could buy all the groceries we needed to similar prices as in Germany. Only exception so far: dried yeast.
    Therefore, our advice is only to store the amount of groceries that you need for the first parts of your trip.
    4) Don’t use an alcohol cooking stove but a gas stove instead
    The only thing, besides dried yeast, that is difficult or expensive to get in many countries so far is denatured alcohol
    Propane gas, on the other hand, you will find everywhere at a reasonable price.
    This is quite ironic: on OHANA, there was a gas stoved installed which we replaced by an alcohol stove due to safety reasons.
    Now we have the assurance, that our boat won’t explode due to a gas leak. Instead, we spend hours in every city we stop on the way, to find some cheap denatured alcohol of good quality.
    The only country on the way where you could find good denatured alcohol for a very cheap price, was the Netherlands.
    Hence we also regret that we didn’t stack up on denatured alcohol in the Netherlands.
    5) Don’t buy too much equipment
    Preparations are important before setting sails. Don’t drive yourself crazy with all the advice on sailing blogs and books.
    We noticed that we had too much equipment when we started our trip.
    Besides necessary safety equipment and maybe some spare parts which are hard to get outside of Germany, we think it is enough to pack & prepare for the first legs of the trip.
    The rest will take care of itself. We noticed during the journey which things we really need and which ones we don’t need. About everything we needed, we could find in all the countries on the way. And in our opinion, there are very few things anyway that you definitely need on such a trip.

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