Dunkerque – France: Dazwischengefunkt – Auf Umwegen zur Funkantenne / Repairing the VHF-antenna

Tobi repariert die Funkantenne im Mast

Mit Abstand die aufwändigste Arbeit, die wir in Dunkerque durchführten, war die Reparatur der Funkantenne.

By far the most difficult task we achieved in Dunkirk was the installation of the VHF-antenna.

Bevor im Sommer 2012 OHANAs Mast gestellt wurde, brachten wir eine neue Antenne an. Mit der Bordelektrik verbanden wir sie aber erst in Dunkerque – wodurch wir auch erst in Frankreich merkten, dass sie nicht funktionierte.

Before putting up OHANA’s mast in the summer of 2012, we fixed a new antenna to the top of the mast. However, since we didn’t connect it to the electric panel until Dunkirk, here we noticed that the antena was damaged.

Die Fehlersuche…

Wo konnte der Fehler liegen? An der Antenne selbst, an der Kabeldurchführung durch den Mast, an der Verbindung Antenne-Koaxialkabel, an der Decksdurchführung…? Wohl oder übel mussten wir alles prüfen: erst unten – ohne Ergebnis.

Dann kurbelte ich Tobi im Bootsmannstuhl mit der Winsch in den Mast (er musste mithelfen und mitklettern). Auch oben war das Problem nicht zu lösen.

Wo konnte der Fehler liegen? An der Antenne selbst, an der Kabeldurchführung durch den Mast, an der Verbindung Antenne-Koaxialkabel, an der Decksdurchführung…? Wohl oder übel mussten wir alles prüfen: erst unten – ohne Ergebnis.

Dann kurbelte ich Tobi im Bootsmannstuhl mit der Winsch in den Mast (er musste mithelfen und mitklettern). Auch oben war das Problem nicht zu lösen.

Neuer Versuch mit einer neu gekauften Antenne

Also kaufte Tobi eine neue VHF-Antenne samt Kabel. Erneut ging es hoch in den Mast – so einfach wie sich das anhört war es nicht, sondern körperlich für uns beide sehr anstrengend; Nicht umsonst heißt es SegelSPORT, der Begriff schließt die Reparaturen offenbar mit ein. Die Antenne selbst war schnell ausgetauscht. Das Koaxialkabel innen im Mastkabelkanal zu ersetzen, war jedoch nicht so leicht: der Kabelkanal ist sehr eng und die beiden Biegungen an den Mastenden oben und unten machen es fast unmöglich, ein Kabel ohne weitere Hilfsmittel nach unten zu schieben.

Unser bisheriges Vorgehen unter optimalen Bedingungen

Stattdessen hatten wir bislang bei jedem auszutauschenden Kabel eine Führungsleine (Tipleine) verwendet, die mit dem alten Kabelstück (welches sich noch im Kabelkanal befindet) verbunden und danach selbst durch den Mast gezogen wird. Diese Leine wird wiederum mit Panzertape an das neuen Kabel geklebt welches dann durch den Mast geführt wird – von oben geschoben, von unten gezogen. Warum muss man so umständlich die Tipleine einziehen, warum nicht einfach altes und neues Kabel mit Tape verbinden und durchziehen? Dies hat bei uns – auch bei liegendem Mast in der Mastenhalle – nie geklappt, vielleicht weil das mit Tape umwickelte Verbindungsstück etwas zu “knubbelig” war; mit Tipleine ging es dagegen immer relativ einfach.

In der Praxis unter mäßigen Bedingungen ist alles anders

Soviel zur Theorie. In der Praxis sah das so aus – übrigens unter suboptimalen Bedingungen: Tobi oben in ca. 10 m Höhe, durch den Wind hin- und hergeschaukelt, bei Nieselregen, die Kommunikation mit mir unten am Mast durch die Entfernung und durch den Wind erschwert: “KANNST DU BITTE KN…TEN…ZIE…N…AB…NU…SAM!” “HÄH, WIE BITTE?”:

Wir waren gerade soweit, dass die Tipleine im Mast verlief und nun oben mit dem neuen Kabelende verbunden werden sollte. Doch da passierte es: ein unachtsamer Augenblick, ein Windstoß. Die leichte Tipleine rutschte durch den Mastkanal komplett nach unten. Tobi, erwartungsvoll mit Panzertape und neuem Kabelende bewaffnet, griff oben ins Leere. Gut, jetzt gab es kein Hilfsmittel mehr im Mastkabelkanal, um das neue Kabel nach unten zu ziehen!

Alle weiteren Versuche an dem Tag (Tipleine von oben nach unten schieben, Tipleine mit kleinem Gewicht daran durch den Mastkanal nach unten “fallen” lassen, neues Koaxialkabel mit Gewalt nach unten schieben, …) blieben erfolglos. Unsere Stimmung war danach etwas gedrückt. Was sollten wir machen, wenn wir das Koaxialkabel nicht durch den Mast führen konnten? Es außen an den Mast kleben war keine Lösung (das Kabel könnte leicht durch ein schlagendes Segel beschädigt werden); ohne Funkantenne durch den Ärmelkanal segeln war auch keine Option; ein letzter Ausweg wäre, den Mast zu legen und es dann zu versuchen – leider auch keine schnelle, leichte Lösung.

Einige Tage später, beim 2. Versuch, wurden wir vom französischen Zoll unterbrochen. Als wir fortführen durften, kamen wir jedoch auch nicht weiter. Brainstorming vor dem 3. und 4. Versuch: welche Leine/Schnur etc. ist dünn genug und wie kann sie beschwert werden, um auf halbem Weg durch den Mast nicht hängen zu bleiben? Angelleine mit einem kleinen Bleigewicht, vielleicht? Damit hatten wir tatsächlich Erfolg! Das neue Koaxialkabel verlief nun durch den Mastkanal und nachdem wir es mit der Bordelektrik verbanden hatten wir endlich Funkempfang!

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